Apuleius - Der goldene Esel

IMG 0610Apuleius, Metamorphosen oder Der goldene Esel, lateinisch und deutsch von Rudolf Helm, dritte durchgesehene Auflage, Berlin : Akademie-Verlag 1957.

 

Der erste vollständig erhaltene antike Roman aus dem 2. Jh. n. Chr. Seine Überlieferung hing am seidenen Faden, da er nur in einem einzigen Codex aus dem 11. Jh., aufbewahrt im Kloster Monte Cassino, die Zeitläufte überstanden hat. Alle späteren Abschriften gehen auf diesen Codex zurück, der nach seinem späteren Aufenthaltsort, der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz als Laurentianus 68, 2 bezeichnet wird.


Der Roman, der viel komische, aber auch bisweilen tragische Züge aufweist, erzählt die Abenteuer des jungen Helden Lucius, der aufgrund seiner Neugier („curiositas“) unter anderem mit Hexen und Zauberei in Verbindung gerät und durch einen missglückten Zauber dummerweise in einen Esel verwandelt wird.


In die Rahmenhandlung sind viele novellenartige Erzählungen verwoben, als berühmteste ist der Mythos von „Amor und Psyche“ in die Weltliteratur eingegangen. Aber auch andere eingelegte Geschichten haben in bearbeiteter Form vielfach weitergewirkt, etwa bei Cervantes oder Boccaccio.


Über den wirklichen Titel des Werkes sind sich die Gelehrten uneinig. Ich habe mich für die Version entschieden, die auf Augustinus zurückgeht, der den Roman in seinem Gottesstaat als „Asinus aureus“ („Goldener Esel“) zitiert. Das „aureus“ bezieht sich wohl auf die Erzählkunst des in seiner Zeit hoch geschätzten Apuleius.  

 

Halbleder mit aufgesetzten Deckeln; selbstgemachtes zweifarbiges Rieselpapier, das auf den mysteriös-zauberhaften Aspekt der Verwandlung anspielt; Folienhandvergoldung; Kopfschnitt mit Acrylfarben bemalt; Lederkapital. Die Worte „LECTOR INTENDE : LAETABERIS“ („Leser, merk auf: Du wirst deinen Spaß daran haben!“) stehen in Gold auf im Vorderdeckel eingelegten Lederbändern und evozieren die „tituli“ der antiken Papyrusrollen. Sie sind ein Zitat vom Beginn des Romans.

 

IMG 0639IMG 0638

IMG 0607